DruckmikrofonQqhx a5r&Vv QqO7 N LWe

Ein Druckmikrofon (besser gesagt ein Mikrofon, dessen Kapsel der Bauart eines Druckempfängers entspricht) beschreibt eine Mikrofonbauform hinsichtlich ihrer akustischen Funktionsweise. Bei diesem ist die Mikrofonkapsel mit der Membran im Gegensatz zu der eines Druckgradientenmikrofons rückseitig geschlossen. Die Richtcharakteristik entspricht einer Kugel. Beim Druckmikrofon sind die erzeugten elektrischen Signale mit dem Schalldruck proportional. Es ist ein Sensor für den Schallwechseldruck.

Richtcharakteristik Kugel

In der Lehre wird dieses Mikrofon auch als Druckempfänger bezeichnet.[1]

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Prinzip und Eigenschaften
  • 2 Richtcharakteristik und Besonderheiten des Druckmikrofons
  • 3 Quellen
  • 4 Siehe auch

Prinzip und Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Druckmikrofon ist die schallaufnehmende Membran vor einem nach hinten geschlossenen Hohlraum angebracht. Dieser verhindert, dass der Schall die Membran umwandert und sich auch an deren Rückseite auswirkt. Einfallender Schall wird unabhängig von der Einfallsrichtung immer in gleicher Polarität wiedergegeben. Das Druckmikrofon reagiert ähnlich wie ein Barometer auf Luftdruckschwankungen, also auf den ungerichteten Druck-Skalar. Daher kann ein solches Mikrofon auch bei sehr tiefen Frequenzen wirksam sein. Es gibt aber immer eine enge Öffnung nach draußen (Kapillare), um für einen Ausgleich des statischen Luftdrucks zu sorgen, wobei die raschen Druckschwankungen des Schalls nicht ausgeglichen werden.

Druckmikrofone eignen sich sehr gut zur Aufnahme tiefer Frequenzen bis in den Infraschallbereich(<16 Hz). In der Messtechnik werden daher üblicherweise Druckmikrofone verwendet.

Prinzip eines Druckmikrofons

Richtcharakteristik und Besonderheiten des Druckmikrofons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Druckmikrofone wird immer die Richtcharakteristik einer Kugel angegeben. Sämtliche Mikrofone mit anderen Richtcharakteristiken als die der Kugel, speziell solche mit umschaltbarer Charakteristik, werden mit der Bauform des Druckgradientenmikrofons realisiert.

Die Richtcharakteristik einer idealen Kugelform trifft beim Druckempfänger aber aus verschiedenen akustischen Gründen nur bei tiefen Frequenzen zu.

  • Für hohe Frequenzen, bei denen die Mikrofonabmessungen größer als die halbe Wellenlänge sind, weicht die Richtcharakteristik unter anderem wegen der Schallabschattung durch die Kapsel von der idealen Kugelform ab; Die Richtcharakteristik gleicht eher der einer Niere.
  • Eine Eigenart dieser Bauweise ist der Druckstaueffekt, eine deutlich wahrnehmbare Höhenanhebung um 6 dB (Schalldruckverdopplung) bei annähernd senkrechter Beschallung der Membran. Die Ursache für diesen Effekt liegt in der Überlagerung von einfallendem Direktschall mit von der Membran reflektiertem Schall. Bei 0° Schall-Einfallsrichtung liegt das Maximum des Druckstaus, dessen Überhöhung bei schrägem Schalleinfall langsam abnimmt, bis sie bei seitlichem 90°-Einfall auf die Membran nicht mehr vorhanden ist. Dabei ist die Grenzfrequenz der Höhenanhebung vom Kapseldurchmesser abhängig; Die Wellenlänge des maximalen Druckstaueffekts von 6 dB liegt in der Größenordnung des akustisch wirksamen Mikrofonkapseldurchmessers. Je größer der Kapseldurchmesser, desto tiefer liegt diese Frequenzüberhöhung.[2] Siehe auch: Grenzflächenmikrofon, Druckstaueffekt und Flächenabhängigkeit

Dieses „normale“ Mikrofon mit Kugelcharakteristik wird mit diffusfeld-entzerrt bezeichnet. Wenn der Druckstaueffekt akustisch oder elektrisch für den Schalleinfallswinkel von 0° in einer Mikrofon-Sonderbauform beseitigt wird, dann nennt man das Mikrofon freifeld- entzerrt.[2] Druckmikrofone sind üblicherweise als Kleinmembran ausgeführt (Membrangröße kleiner 1 Zoll = 25,4 mm). Prinzipiell ist auch unser Ohr mit dem Trommelfell ein Druckempfänger. Ein Ohr hat aber keine Kugelcharakteristik, schon allein wegen der größeren Schallabschattung durch den Kopf. Das Gehör mit dem Gehirn verarbeitet den Schall zudem anders – es setzt die Ereignisse beider Ohren in Beziehung. Mikrofone „hören“ nicht wie Ohren.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Görne: Mikrofone in Theorie und Praxis, 2. Auflage 1996, Seite 39.
  2. a b Thomas Görne: Mikrofone in Theorie und Praxis, 2. Auflage 1996, Seite 45

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mikrofonierung
  • Schalldruck
  • Schallschnelle
  • Schallfeld
  • Akustischer Kurzschluss
  • Liste von Audio-Fachbegriffen

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